Vorbildlich seit Juni 2018

Die folgende Analyse stammt von Marc Pollmeier aus dem «Frutigländer» von Freitag, 6. März 2020. Merci für die Erlaubnis zum Publizieren.


Der Fall Mitholz müsste eigentlich «Affäre Mitholz» heissen: Ein Dorf wird entvölkert, eine wichtige Verkehrsachse gefährdet, es entstehen Milliardenkosten. Doch wie es zu all dem kam, scheint kaum jemanden zu interessieren. Selbst das Parlament hat für die Vorgeschichte wenig mehr übrig als ein Schulter zucken. Braucht es eine gesonderte Untersuchung?

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Erster Mitholz-Vortrag stösst auf Interesse

Den ersten Anlass der Vortragsreihe 2020 des Vereins Schweizer Armeemuseum in Thun bestritt am 22. Januar 2020 Hans Rudolf Schneider, Autor des Buches «Die Schreckensnacht von Mitholz». Gegen 100 Interessierte füllten den Vortragssaal bis zum letzten Sitzplatz und liessen sich über den aktuellen Stand beim 1947 explodierten Munitionsmagazins in Mitholz aufdatieren. Im Februar muss das VBS aufdecken, wie es sich die Räumung der damals nicht entsorgten Munition vorstellt.

Schwerpunkt des Vortrages war jedoch die abwechslungsreiche Geschichte der nach dem Unglück weitergenutzten unterirdischen Anlage bis in die heutige Zeit. Vom Lager über ein Basisspital bis zur Armeeapotheke mit einer Pharmafabrik gehen die geplanten, gestoppten oder realisierten Projekte. Diese wurden vom Referenten mit seltenen Bildern, Plänen und Grafiken erklärt und mit Detailinfos und Anekdoten ergänzt.

Im Anschluss entwickelte sich eine spannende Frage- und Diskussionsrunde, bei der Munitionsspezialisten, ehemalige WK-Soldaten als Nutzer der verschiedenen Anlageteile und Anwohner von Mitholz ihre Kenntnisse und Meinungen austauschten.

BAFU beurteilt die VBS-Analyse grundsätzlich übereinstimmend, aber…

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat die Risikoanlayse des VBS überprüft und kommt zum Schluss, dass diese stimmt. Allerdings gehen die beigezogenen Experten des deutschen Fraunhofer-Instituts davon aus, dass eine grössere menge Munition explodieren könnte und so wird der Gefahrenperimeter plötzlich viel grösser. Hier die entsprechenden Mitteilungen zum Download:

Medienmitteilung BAFU vom 15.4.2019

Stellungnahmen BAFU an VBS vom 15.4.2019

Medienmitteilung VBS vom 15.4.2019