Wegen Coronavirus: Mitwirkung wird verlängert

Ende Februar 2020 informierte das VBS die betroffene Bevölkerung über das Konzept zur Räumung des ehemaligen Munitionslager Mitholz und eröffnete eine Mitwirkung. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die lokale Wirtschaft sowie die Behörden können sich zu den Auswirkungen der vorgesehenen Räumungsarbeiten äussern.

Aufgrund der ausserordentlichen Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus kann unter anderem die geplante Sprechstunde für die Bevölkerung von Kandergrund nicht durchgeführt werden. Zudem ist der soziale Austausch sehr eingeschränkt, so dass die Meinungsbildung nicht mehr ohne Weiteres gewährleistet werden kann.

Weil das VBS der betroffenen Bevölkerung angemessene Bedingungen für die Mitwirkung bieten will, wird die Frist für die Eingabe der Fragebogen und die persönlichen Rückmeldungen bis zum 29. Mai 2020 verlängert. Die Sprechstunde soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Weiterhin vorgesehen ist, dass sich der Bundesrat noch im laufenden Jahr mit dem weiteren Vorgehen befasst.

Vorbildlich seit Juni 2018

Die folgende Analyse stammt von Marc Pollmeier aus dem «Frutigländer» von Freitag, 6. März 2020. Merci für die Erlaubnis zum Publizieren.


Der Fall Mitholz müsste eigentlich «Affäre Mitholz» heissen: Ein Dorf wird entvölkert, eine wichtige Verkehrsachse gefährdet, es entstehen Milliardenkosten. Doch wie es zu all dem kam, scheint kaum jemanden zu interessieren. Selbst das Parlament hat für die Vorgeschichte wenig mehr übrig als ein Schulter zucken. Braucht es eine gesonderte Untersuchung?

„Vorbildlich seit Juni 2018“ weiterlesen

25.02.2020: Das Dorf soll geräumt werden

Nicht nur die Munition, auch das Dorf soll geräumt werden. Während die Vorbereitungsphase für die Munitionsräumung mit rund zehn Jahren angegeben wird, soll anschliessend die Bevölkerung von Mitholz während weiteren rund zehn Jahren ihr Dorf verlassen. 

Das hat das VBS am 25. Februar 2020 bekannt gegeben. Die Information, wie sich das VBS die Lösung des Sprengstoffproblems vorstellt, wurde gespannt erwartet. Mit diesen Aussagen hat aber kaum jemand gerechnet. 

Link zur Medienmitteilung des VBS

Erster Mitholz-Vortrag stösst auf Interesse

Den ersten Anlass der Vortragsreihe 2020 des Vereins Schweizer Armeemuseum in Thun bestritt am 22. Januar 2020 Hans Rudolf Schneider, Autor des Buches «Die Schreckensnacht von Mitholz». Gegen 100 Interessierte füllten den Vortragssaal bis zum letzten Sitzplatz und liessen sich über den aktuellen Stand beim 1947 explodierten Munitionsmagazins in Mitholz aufdatieren. Im Februar muss das VBS aufdecken, wie es sich die Räumung der damals nicht entsorgten Munition vorstellt.

Schwerpunkt des Vortrages war jedoch die abwechslungsreiche Geschichte der nach dem Unglück weitergenutzten unterirdischen Anlage bis in die heutige Zeit. Vom Lager über ein Basisspital bis zur Armeeapotheke mit einer Pharmafabrik gehen die geplanten, gestoppten oder realisierten Projekte. Diese wurden vom Referenten mit seltenen Bildern, Plänen und Grafiken erklärt und mit Detailinfos und Anekdoten ergänzt.

Im Anschluss entwickelte sich eine spannende Frage- und Diskussionsrunde, bei der Munitionsspezialisten, ehemalige WK-Soldaten als Nutzer der verschiedenen Anlageteile und Anwohner von Mitholz ihre Kenntnisse und Meinungen austauschten.